Welche Weisheit steckt hinter dem Verbot des Fastens für eine menstruierende Frau?

Frage:

Wir möchten wissen, welche Weisheit hinter dem Verbot des Fastens für eine menstruierende Frau steckt, da das Fasten doch nichts mit einer Unreinheit zu tun hat?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Erstens:          Ein Gläubiger hat sich den Befehlen des erhabenen Allahs zu beugen und diese zu akzeptieren, auch wenn er die Weisheit nicht kennen sollte, die hinter diesem Befehl steckt. Für ihn sollte es völlig ausreichend sein, dass der erhabene Allah und Sein Gesandter es befohlen haben. Der erhabene Allah hat gesagt: "Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum." [al-Aĥzāb 33:36].

Der erhabene Allah sagte auch: "Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, dass sie sagen: „Wir hören und gehorchen.“ Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht." [an-Nūr 24:51].

Zweitens:        Der Gläubige sollte mit Gewissheit daran glauben, dass der erhabene Allah Allweise ist. Er erlässt nur das, was in Übereinstimmung mit einer weitreichenden Weisheit ist. Er gebietet nur das, was im besten Interesse der Menschen ist und Er verbieten nur das, was dem Menschen Schaden oder Böses bringen könnte. Ibn Kathīr hat es in „al-Bidāyah wa n-Nihāyah“ (6 / 79) auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Und dann kam die islamische Rechtslehre des Propheten, möge Allah ihn loben und Heil schenken ,die ja die vollkommenste aller Gesetze ist. Sie hinterließ keine gute Sache, die der Verstand als Gut sieht, was sie nicht geboten hat. Und sie hinterließ keine schlechte Sache, die der Verstand als Schlecht sieht, was sie nicht verboten hat. Er hat nichts geboten, bei dem man im Nachhinein hätte sagen könnte: „Hätte er diese Sache lieber doch nicht geboten.“ Und er hat nichts verboten, bei dem man im Nachhinein hätte sagen könnte: „Hätte er diese Sache lieber doch nicht verboten.““

Wir können die Gründe für einige Gesetze verstehen oder sie können uns auch verborgen bleiben. Es kann sein, dass die Gründe der meisten Gesetze uns verborgen bleiben, es kann aber auch sein, dass uns auch nur ein Teil davon verborgen bleibt.

Drittens:         Es herrscht Einstimmigkeit unter den Gelehrten darüber, dass das Fasten für eine menstruierende Frau verboten ist. Sie muss stattdessen die Tage nachfasten, an denen sie wegen ihrer Menstruation nicht fasten konnte, wenn es sich dabei um das verpflichtende Fasten gehandelt hat, wie das Fasten im Monat Ramadan.

Es herrscht außerdem auch Einstimmigkeit unter den Gelehrten darüber, dass ihr Fasten nicht angenommen wird, falls sie fasten sollte, während sie ihre Menstruation hat.

Es herrscht jedoch Unstimmigkeit bei den Gelehrten darüber, welche Weisheit hinter diesem Verbot steckt. Einige von ihnen sagten: „Die Weisheit dahinter ist uns verborgen geblieben.“

Imām al-Ĥaramain sagte: „Wir wissen nicht, warum ihr Fasten hier ungültig ist, denn Reinheit ist für das Fasten keine Voraussetzung.“ [Madjmū’ – 2/386].

Andere wiederum sagten: Der Grund dafür, warum der erhabene Allah menstruierenden Frauen das Fasten verboten hat, ist aus Gnade ihnen gegenüber. Denn der Blutverlust schwächt sie. Wenn eine Frau nun fastet, während sie ihre Menstruation hat, so wird sie doppelt geschwächt, einmal durch ihre Menstruation und einmal durch ihr Fasten. Das Fasten in diesem Fall wäre eine unzumutbare Belastung für eine Frau und kann sogar schädlich für sie sein.

Scheich al-Işlām Ibn Taimiyah sagte in al Madjmū’ al-Fatāwah (25/234): „Im Hinblick auf die Menstruation sagen wir folgendes: Islam ist in allen Dingen mit Mäßigung gekommen. Das gehen bis zum Äußersten in Angelegenheiten der Anbetung ist eine Art von Ungerechtigkeit, die der Gesetzgeber verboten hat. Im Gegenteil, der Gesetzgeber gebietet uns, im Gottesdienst moderat zu bleiben. Daher sagt uns der Islam, dass wir uns mit dem Fastenbrechen beeilen sollen und dass wir den Şuĥūr verzögern sollen und dass das ständige und ununterbrochene Fasten (al-Wişāl) verboten ist. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte: „Das beste und gemäßigte Fasten ist das Fasten von Dāwūd – möge Allah ihm Heil schenken. Er hat stets ein Tag gefastet und ein Tag gegessen und er floh nicht, wenn er auf den Feind traf.“

Die gemäßigte Haltung in der Anbetung ist eines der größten Ziele des Gesetzgebers. Deshalb sagte der erhabene Allah: "O die ihr glaubt, verbietet nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, und übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter." [al-Mā`idah 5:87].

Der erhabene Allah hat das Verbieten von guten Dingen als Übertretung bezeichnet, der im Gegensatz zur Mäßigung steht. Der erhabene Allah sagte auch: "Wegen Ungerechtigkeit derer, die dem Judentum angehören, hatten Wir ihnen gute Dinge verboten, die ihnen erlaubt gewesen waren, und weil sie viel von Allahs Weg abhielten, und (weil sie) Zins nahmen, wo es ihnen doch verboten worden war." [an-Nişā`4:160].

Als sie ungerecht wurden, wurden sie bestraft, indem ihnen die guten Dinge verboten wurden. Im Gegensatz dazu existiert jetzt eine Ummah, die dem mittleren Weg folgt. Ihr wurden die guten Dinge erlaubt und die Schlechten verboten. Da dies der Fall ist, ist einer fastenden Person all das verboten worden, was ihn während seines Fastens stärken und ernähren könnte, wie essen und trinken. Außerdem ist es ihm zugleich verboten worden, aus seinem Körper das auszuscheiden, was ihn stärkt, sodass er dadurch geschwächt wird. Würde man ihm diese Ausscheidung erlauben, dann wäre er ein Verbrecher geworden und jemand, der in seiner Anbetung bis zum Äußersten geht und somit nicht gemäßigt ist […].

Die Dinge, die der Körper ausscheidet unterteilen sich in zwei Arten: Die erste Art ist jene, die unvermeidbar ist und die auch nicht für den Fastenden nachteilig ist. Diese Dinge werden ihm nicht verboten, wie das ablassen von Urin oder der Stuhlgang. Diese Ausscheidungen schädigen den Fastenden nicht und sie können auch nicht vermieden werden, im Gegenteil, sie nützen ihm. Das gleiche gilt auch, wenn eine fastende Person ungewollt erbricht oder einen feuchten Traum hatte. Beides kann sie nicht kontrollieren. Doch wenn eine Person absichtlich erbricht und somit ihre Nahrung mutwillig ausscheidet oder wenn sie masturbiert und sich von Gefühlen der Begierde leiten lässt oder wenn bei einer Frau die Menstruation einsetzt, sodass aus ihr Blut fließt, dann ist hier das Fasten nicht mehr gültig. Eine menstruierende Frau kann zu einem anderen Zeitpunkt ihr Fasten nachholen, wenn ihre Blutung aufgehört hat. Denn dann wird sie wieder zu einer Zeit fasten können, wo ihr Zustand gut ist und sie nicht das Blut verliert, das ihren Körper stärkt. Das Fasten in der Zeit, wo sie ihre Blutung hat würde bedeuten, dass sie körperlich geschwächt ist und zu einem Zeitpunkt fastet, wo es ihr nicht gut geht. Deshalb wurde ihr befohlen, an einem anderen Tag zu fasten.“

Und Allah weiß es am besten.

Wer hat das Recht darauf, Zakāt zu erhalten?

 


 

Frage:

Wer sind diejenigen, die einen Anspruch darauf haben, Zakāt zu erhalten?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Es sind acht Arten von Menschen, die einen Anspruch auf Zakāt haben. Diese hat der erhabene Allah in Seinem edlen Buch detailliert beschrieben. Der erhabene Allah hat uns auch mitgeteilt, dass es Pflicht ist, die Zakāt zu entrichten. Denn das Entrichten von Zakāt basiert auf eine großartige Weisheit. Der erhabene Allah hat gesagt:

"Die Almosen (hier bedeutet es Zakāt) sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind, diejenigen, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Sohn des Weges, als Verpflichtung von Allah. Und Allah ist Allwissend und Allweise." [Sure 9, at-Taubah, Vers 60]

Diese acht Arten von Menschen sind diejenigen, die ein Anrecht darauf haben, dass ihnen Zakāt gegeben wird.

Er hat nun bereut. Muss er sein Gebet trotzdem nachholen?

 


Frage:

Ich bin in die Vereinigten Staaten von Amerika gezogen, um dort zu studieren. Ich bin dort fünf Jahre geblieben. In diesen fünf Jahren habe ich weder gebetet noch gefastet. Nun hat mich der erhabene Allah zum rechten Weg geleitet. Dafür sei Allah Dank. Wie soll ich diese Tage, an denen ich weder gebetet noch gefastet habe begleichen?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Wenn die Sachlage sich so darstellt, wie du sie uns beschrieben hast, nämlich dass du bereut hast und nun den rechten Weg eingeschlagen hast, dann musst du weder die Tage, an denen du nicht gebetet hast nachholen, noch die Tage, an denen du nicht gefastet hast. Denn das sich Abwenden vom Gebet ist ein großer Unglaube (Kuffr Akbar) und ein Abfall vom Islam, auch wenn diese Person, nach der Mehrheit der Gelehrten, die Verpflichtung des Gebets nie bestritten hat. Wenn derjenige, der vom Islam abgefallen ist, wieder zum Islam wieder findet und diesen auch annimmt, dann muss er weder das Gebet noch das Fasten nachholen, die er während seines Abfalls nicht verrichtet hatte. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Der Islam löscht das, was vor ihm war und die Reue löscht das, was vor ihr war.“

Du solltest jedoch nun in der Zukunft darauf achten, dein Gebet regelmäßig und pünktlich in der Gemeinschaft mit den Muslimen in der Moschee (das gilt für Männer) zu verrichten und das Fasten im Monat Ramadan einzuhalten. Du solltest außerdem auch versuchen, viele rechtschaffene Taten zu verrichten, wie die freiwilligen Gebete, das freiwillige Fasten, das Pflegen der Verwandtschaftsbande, das Spenden und weitere rechtschaffene Taten. Denn der erhabene Allah hat gesagt: "Und Ich bin wahrlich Allvergebend für denjenigen, der bereut und glaubt und rechtschaffen handelt und sich hierauf rechtleiten lässt."

Wir bitten den erhabenen Allah darum, uns und dich bei der Einhaltung der Wahrheit und beim Streben nach dem richtigen Weg standhaft zu machen.

 

Islamische Rechtsprechung des ständigen Ausschusses der Gelehrten (Fatāwah al-Ladjnah ad-Dā`imah) (6 / 41)

Das Gratulieren zum Gebet

 


Frage:

 

Şalām ’Aleikum Brüder,

inschallah gehts euch gut und ihr konntet Ramadan mit einem gestärkten Iman beenden

so dass die Durststrecke bis zum nächsten Jahr nicht zu groß wird inschallah!

 

Ich hab nur ne kurze Frage.

 

wenn man gebetet hat und jemand ankommt und einem folgenden Satz sagt "Allah iqbal" bzw. "Allah soll dein Gebet annehmen inschallah", dann ist das doch ne Bid’ah oder? Weil wir ja keinen Beweis aus der Şunnah dafür haben oder?

 

Wäre super wenn ihr mir die Frage beantworten könnt inschallah. Wir hatten das auch mal im Unterricht mittwochs, aber ich will da noch mal sicher gehen.

 

barakallahu feekum

 

 

 

Antwort:

 

Gepriesen sei Allah.

 

Der Handschlag und das sagen von „Möge Allah (dein Gebet) annehmen“ (Taqabbalallah) nach dem Verrichten des Gebets, hat keinerlei Grundlage in der Şunnah. Es gibt weder eine Überlieferung über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – noch über seine Gefährten, die beweisen könnten, dass sie dies getan haben.

 

 

Madjmū’ Fatāwa wa Raşā`il Scheich Muĥammad Şāliĥ al-’Uthaimīn

Die Menge und der Zeitpunkt des Entrichtens von Zakāt al-Fitr?

 


Frage:

Wann, wie und an wem muss Zakāt al-Fitr entrichtet werden?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Es ist über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – authentisch überliefert worden, dass er den Muslimen den Zakāt al-Fitr mit einem Scheffel (Şā’) Dattel, oder einem Scheffel Gerste bemessen hat. Er hat damit befohlen, dass es entrichtet werden muss, bevor die Menschen zum ’Id-Gebet aufbrechen.

Es ist in beiden Şaĥīĥ-Büchern der Ĥadīth von Abu Şa’īd al-Chudrī – Allahs Wohlgefallen auf ihm – überliefert worden, der gesagt hat: „Wir gaben zu Lebzeiten des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – ein Şā’ Nahrungsmittel oder ein Şā’ Gerste, ein Şā’ Datteln oder ein Şā’ Rosinen als Zakāt al-Fitr.“

Einige Gelehrten haben das Wort „Nahrungsmittel“ (Ta’ām) in diesem Ĥadīth als Bezugnahme auf Weizen ausgelegt, andere wiederum als Synonym für das Grundnahrungsmittel eines Landes, egal um was es sich dabei handelt, ob um Weizen, Mais, Hirse, Rosinen oder ähnliches.

Dies ist auch die richtige Auffassung, denn die Zakah ist eine Hilfe der Reichen an die Armen. Und ein Muslim muss nicht mit etwas anderem helfen als mit dem Grundnahrungsmittel seines Landes. Zweifellos ist Reis das Grundnahrungsmittel im Land der beiden Heiligtümer (Saudi-Arabien) und gehört zu den guten und wertvollen Lebensmitteln. Und Reis ist besser als Gerste, die hier im Text erwähnt wurde. Daher ist es nicht falsch, wenn Reis als Zakāt al-Fitr ausgegeben wird.

Das, worauf in jedem Fall geachtet werden muss ist, dass jegliche Art an Grundnahrungsmitteln in der Menge von einem Şā’ ausgegeben werden muss, so wie es auch der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – getan hat. Und ein Şā’ entspricht einer Menge vier mit beiden Händen geschöpften Menge an Nahrungsmittel, so wie es in al-Qāmūş (arabisches Lexikon) definiert wurde. Dies entspricht wiederum einem Gewicht von etwa drei Kilogramm.

Wenn ein Muslim nun Reis gibt oder ein anderes Grundnahrungsmittel seines Landes, dann genügt ihm dies nach der richtigen Auffassung der Gelehrten, auch wenn dieses spezielle Grundnahrungsmittel nicht explizit im Ĥadīth erwähnt wurde. Es ist nichts falsch daran, diese Menge an Nahrungsmittel in Kilogramm auszugeben und zwar in drei Kilogramm.

Zakāt al-Fitr muss im Namen eines jeden Muslim ausgegeben werden, egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, frei oder Sklave. Im Hinblick auf ein Fötus, so ist es nach dem Konsens der Gelehrten nicht zwingend notwendig, für ihn den Zakāt al-Fitr zu entrichten, doch es ist wünschenswert (Muştaĥabb), denn ’Uthmān – Allahs Wohlgefallen auf ihm – tat dies auch.

Es ist auch zwingend notwendig, es vor dem ’Īd-Gebet zu entrichten. Es ist jedoch nicht erlaubt, es bis auf nach dem ’Īd-Gebet zu verzögern. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn es bereits ein oder zwei Tage vor dem ’Īd entrichtet wird. Es ist auch bekannt, dass der früheste Zeitpunkt, um den Zakāt al-Fitr zu entrichten, nach der richtigen Auffassung der Gelehrten, die Nacht des 28. Ramadan ist, weil der Monat ja neunundzwanzig oder dreißig Tage haben kann. Auch die Gefährten des Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – haben stets ein oder zwei Tage vor dem ’Īd ihr Zakāt al-Fitr entrichtet.

Diejenigen, die ein Anrecht auf Zakāt al-Fitr haben, sind die Armen und Bedürftigen. Es wurde überliefert, dass Ibn Abbāş – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Allahs Gesandter – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat den Zakāt al-Fitr vorgeschrieben als Reinigung für den Fastenden von Nichtigem und Obszönem und als Speisung für die Armen. Wer es vor dem ’Īd-Gebet entrichtet, für den ist es angenommene Zakāt, und wer es nach dem Gebet entrichtet, für den ist es eine Spende (Şadaqah) wie andere.“ Dies wurde von Abu Dawūd verzeichnet und von al-Albānī in Şaĥīĥ Abi Dawūd als gut (Ĥaşan) eingestuft.

Es ist nach dem Großteil der Gelehrten nicht erlaubt, den Wert des Zakāt al-Fitr in Geld auszuzahlen; diese Sichtweise fundiert auf starke Beweise. Vielmehr muss es in Form von Nahrungsmittel entrichtet werden, da der Prophet  – möge Allah ihn loben und Heil schenken – und seine Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – dies so getan haben. Dies ist auch die Ansicht der Mehrheit der Ummah.

Wir bitten Allah, uns und alle Muslime dazu zu bringen, ihre Religion richtig zu verstehen und sich an ihr standhaft festzuhalten. Und möge Er uns zum Rechten Weg leiten, denn Er ist der Großzügigste und Gütigste.

 

Madjmū’ al-Fatāwah Scheich Ben Bāz, 14/200

 

Mehr zum Thema Fasten findet ihr hier.

Kann man sehen, wann die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) ist?

 


Frage:

Kann man die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) mit dem bloßen Auge erkennen? Denn es gibt einige Menschen die folgendes behaupten: Derjenige, dem es ermöglicht wurde, die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) zu beobachten, der wird ein besonders Licht im Himmel erkennen oder ähnliches. Wie haben der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – und seine edlen Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf sie alle – diese besondere Nacht erkennen können? Wie kann jemand wissen, dass er wirklich die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) gesehen hat? Wird eine Person in dieser Nacht belohnt, wenn er diese mit Anbetung vollbracht hat, auch wenn er nicht sehen konnte, dass es die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) war? Wir bitten um Aufklärung mit Beweis.

 

Antwort:

Die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) kann auch mit dem bloßen Auge gesehen werden für den, dem es der erhabene Allah ermöglicht und zwar durch Beobachtung ihrer Zeichen. Die Gefährten – Allahs Wohlgefallen auf sie – haben diese Nacht stets festgelegt, wenn sie ihre Zeichen sahen. Doch auch wenn derjenige, der diese Nacht nicht sehen konnte, sie aber aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn mit Gebet verbracht hat, wird Teilhaben an ihrer Gunst und an ihrem Lohn.

Ein Muslim sollte sich bemühen, sie in den letzten zehn Nächte des Ramadans zu suchen, so wie es der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – aufgetragen hat. Er sollte in diesen Nächten nach Lohn und Vergebung streben. Wenn nun jemand diese Nacht aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn mit Gebet verbringt, dann wird er ihren Lohn erhalten, auch wenn er nicht weiß, dass dies die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) war. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Wer immer - aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf den Lohn Allahs - die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) im Beten verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ Und in einer anderen Überlieferung heißt es: „Wer die Nacht im Gebet verbringt, suchend nach der Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) und sie dann auch trifft, dem werden seine bisherigen und zukünftigen Sünden vergeben.“ [Verzeichnet bei al-Buchārī (4/221) und Muşlim (760)]

Es ist außerdem über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – überliefert worden, dass zu den Zeichen dieser Nacht gehört, dass die Sonne am nächsten Morgen ohne sichtbare Strahlen aufgehen wird. Der Gefährte Ubay Ibn Ka’b hatte stets geschworen, dass es in der Nacht des Siebenundzwanzigsten war unter Berufung auf diese Zeichen als Beweis.

Doch die richtige Ansicht ist die, dass sie sich zwischen den letzten zehn Nächten bewegt und dass sie am ehesten in eines der ungeraden Nächte vorkommt. Und die Nacht des siebenundzwanzigstes Tages ist die Wahrscheinlichste unter den ungeraden Nächten.

Wer nun in allen dieser letzten zehn Nächte diese mit Gebet, dem Lesen des Qur`ān, dem Bittgebet (Du’ā`) und mit andere Arten an rechtschaffenen Taten verbringt, wird zweifellos die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) treffen und mit dem als Sieger hervorgehen, was der erhabene Allah demjenigen versprochen hat, der diese Nacht aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf Seinen Lohn mit Anbetung verbringt.

Und Allah ist die Quelle der Kraft und möge Er unseren Propheten Muĥammad loben und Heil schenken, ihm und seiner Familie und seinen Gefährten.

Scheich Ben Bāz

Das Urteil über den Takbīr, der vor dem ’Īd-Gebet in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird

 


Frage:

Vor dem ’Īd-Gebet vollziehen viele Menschen ihren Dhikr in der Gemeinschaft. Ist dies eine Neuerung (Bid’ah) in der Religion oder gehört dies zum Verrichten des ’Īd-Gebets?

 

Antwort:

Gepriesen sei Allah.

Ich habe gelesen, was der ehrenwerte Scheich Aĥmad Ibn Muĥammad Djamāl – möge Allah ihn zu den Taten verhelfen, die Er liebt – in einigen Zeitungen geschrieben hat. Darin zeigte er sich verwundert über diejenigen, die den Takbīr, der vor dem ’Īd-Gebet in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, als eine Neuerung bezeichnen und die dazu aufrufen, dass diese Tat eingestellt wird. Der Scheich hat in diesen Artikeln dann versucht zu beweisen, dass der Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, keine Neuerung ist und dass es nicht erlaubt sei, dieses zu verbieten. Auch einige andere Autoren haben sich seiner Meinung angeschlossen und haben ihn darin gestärkt.

Da wir nun befürchten, dass dies zu Konflikten bei denen führen wird, die die Wahrheit nicht kennen, ist es für uns verpflichtend, diese Sachlage genauer zu erläutern.

Es gilt grundsätzlich beim Takbīr, dass dieser für die Nacht von al-’Īd, für die Zeit vor dem ’Īd-Gebet, beim Fastenbrechen im Ramadan, am 10. des Monats Dhi l-Ĥidjah und in den Tagen des at-Taschrīq erlassen wurde. In dieser Tat ist auch eine große Huld. Denn er erhabene Allah sagte bezüglich des Takbīr in ’Īd al-Fitr: "Damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist (d.h. mit den Worten „Allahu akbar“), dafür, dass Er euch rechtgeleitet hat, auf dass ihr dankbar sein möget." [Sure 2, al-Baqarah, Vers 185] Der erhabene Allah sagte bezüglich des 10. Dhi l-Ĥidjah und der Tage des at-Taschrīq: "Damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat." [Sure 22, al-Ĥadj, Vers 28] Und der erhabene Allah sagte auch: "Und gedenkt Allahs während einer bestimmten Anzahl von Tagen." [Sure 2, al-Baqarah, Vers 203]

Zum Gedenken, der für diese bestimmte Anzahl von Tagen erlassen wurde, ist der Takbīr (das Wiederholen der Worte „Allahu akbar“), so wie es die reine Şunnah belegt hat und die Taten der rechtschaffenen Vorfahren (Şalaf) es bekräftigt haben. Die Art und Weise des erlassenen Takbīrs sieht wie folgt aus: Jeder Muslim macht den Takbīr für sich und alleine. Dabei erhebt er beim Takbīr seine Stimme so, dass die anderen ihn hören und ihn dadurch entweder in dieser Tat nachahmen oder bezüglich dieser erinnert werden. Was jedoch den Takbīr anbetrifft, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird und der ja eine Neuerung ist, so sieht er wie folgt aus: Eine Gruppe von zwei oder mehr Personen erheben einheitlich ihre Stimmen und machen den Takbīr im selben Takt. Sie beginnen den Takbīr gemeinsam und beenden diesen auch gemeinsam mit einer Stimme und im selben Takt.

Diese Tat keinerlei Ursprung in der Şunnah und sie lässt sich auch nicht beweisen. Diese Art und Weise des Takbīr ist eine Neuerung, für die Allah keine Befugnis hinabgesandt hat. Derjenige, der diesem Takbīr, der auf diese Art und Weise vollzogen wird, widerspricht, der hat die Wahrheit gesprochen. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Wer eine Tat begeht, die nicht unseren Befehlen entspricht, so wird diese Tat nicht anerkannt und für nichtig erklärt.“ Dieser Ĥadīth wurde bei Muşlim überliefert. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sagte auch: „Und hütet euch vor den Neuerungen, denn jede Neuerung ist ein Irrweg und jeder Irrweg führt in die Hölle.“ Der Takbīr, der in der Gemeinschaft einheitlich vollzogen wird, ist eine neu erfundene Sache und somit eine Neuerung. Wenn nun die Taten der Menschen der islamischen Rechtslehre widersprechen, so ist es verpflichtend sie daran zu hindern. Denn es gilt der Grundsatz, dass jegliche Art der Anbetung nicht erlaubt ist, außer sie ist eine Anbetungen, die durch den Qur`ān und der Şunnah nachweisbar erlaubt wurde. Was jedoch die Aussagen und Meinungen der Menschen anbetrifft, so stellen diese keinen Beweis dar, falls sie den Beweisen aus der islamischen Rechtslehre widersprechen.

al-I’tikāf und seine Regeln

 


Frage:

Ist al-I’tikāf im Monat Ramadan eine Şunnah Mu`akkadah (d.h. eine Tat, die sehr erwünscht, aber nicht Pflicht ist, da der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – sie ständig als freiwillige Tat praktiziert hat)? Und was ist die Regel von I’tikāf außerhalb von Ramadan?

 

Antwort:

Al-I’tikāf im Monat Ramadan ist eine Şunnah, die der Prophet – möge Allah ihn loben und Heil schenken – zu seinen Lebzeiten vollzogen hat. Auch seine Ehegattinnen haben nach seinem Tod I’tikāf gemacht. Die Gelehrten sind sich alle einig darüber, dass I’tikāf zur Şunnah gehört.

Der I’tikāf muss jedoch in der Art und Weise vollzogen werden, wie er zugelassen wurde. Das heißt, dass die Person, die den I’tikāf vollziehen möchte, sich in eine Moschee zurückziehen muss, um dort den erhabenen Allah mit zahlreichen Anbetungen zu dienen. Diese Person muss sich völlig von den irdischen Angelegenheiten lösen und sich allein auf die Anbetung des erhabenen Allahs konzentrieren. Zu diesen Anbetungen gehört zum Beispiel das Gebet, die Bittgebete, aber auch andere Anbetungen, die der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – während seines I’tikāfs getan hat. Der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat den I’tikāf stets vollzogen, um die Nacht der Bestimmung (Lailatu l-Qadr) nicht zu verpassen.

Derjenige, der den I’tikāf vollzieht, darf sich mit keinerlei irdischen Dingen mehr befassen, er darf weder verkaufen noch kaufen, er darf weder die Moschee verlassen, noch an einem Begräbnis teilnehmen noch einen Kranken besuchen.

Das, was einige Menschen tun, nämlich dass sie zwar den I’tikāf vollziehen, dann aber Tag und Nacht Besuch zu ihnen kommt, was manche sogar dazu bringt, über verbotene Dinge zu sprechen, so widerspricht all das dem Sinn und Zweck eines I’tikāf.

Doch wenn der Ehepartner denjenigen besuchen kommt, der gerade sich im I’tikāf befindet, um mit ihm zu sprechen, so ist nichts dagegen einzuwenden. Denn es ist über den Gesandten Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – überliefert worden, dass als er sich im I’tikāf befand, ihn seine Ehegattin Şafiyyah dort besucht hat und mit ihm gesprochen hat.

Das Wichtigste beim I’tikāf ist einfach, dass eine Person sein I’tikāf nur aus dem einzigen Grund vollzieht, um damit den erhabenen Allah näher zu kommen.

Scheich Ibn ’Uthaimīn

 

Das Erbrechen, das nicht mutwillig herbeiführt wurde, macht das Fasten nicht ungültig

 


Frage:

Macht das Erbrechen das Fasten ungültig?

 

Antwort:

Der Fastenden kann vielen Dingen ausgesetzt sein, für die er nichts kann, wie Verletzungen, Nasenbluten, Erbrechen, das Verschlucken von Wasser oder ähnliches. All diese Dinge machen das Fasten nicht ungültig. Denn der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – hat gesagt: „Den Fasttag nicht nachzuholen braucht, wen das Erbrechen überkommt. Doch wer das Erbrechen absichtlich herbeiführt, ist dazu verpflichtet.“

Scheich Ben Bāz

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